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(1) Altes Labor

 
 

Im „Alten Labor“ - arbeitete Liebig gemeinsam mit zunächst 9, später mit 12 Schülern. Hier wurde er zum Begründer der Organischen Chemie.

Panorama des Alten Labors

In der Mitte des Raumes steht ein nach alten Plänen wiedererrichteter Herd mit den zeitgenössischen Laborgeräten. Der Herd wurde mit Holzkohle befeuert - nur für die feineren Arbeiten benutzte man die "Weingeistflamme". Ein Abzug ist nicht vorhanden. Bei Bedarf wurden Fenster und Türen zur Entlüftung geöffnet. Man kann sich vorstellen, daß dies besonders im Winter möglichst selten geschah. Nun experimentierte man auch damals schon mir mehr oder weniger giftigen Substanzen, im Gegensatz zu heute jedoch, in relativ großen Mengen. So ist es verständlich, daß infolge der sanitären Mängel die Gesundheit der Chemiker, nahezu unvermeidbar, chronisch geschädigt wurde.

Erschwerend kommt hinzu, daß die Chemiker damals die benötigten Reagenzien entweder selbst herstellen oder die handelsübliche, unreine Rohware selbst reinigen mußten. Dies - z.B. Säuredestillationen - geschah auf dem kleineren in einer Raumecke befindlichen Herd, der mit einer Dunstabzugshaube versehen ist (kein geschlossener Abzug). Erst der Kontakt Liebig-Merck führte später zur kommerziellen Herstellung reiner Chemikalien.

Den Wasserbedarf für die Ausführung von Reaktionen und das Spülen der Gefäße deckte man vorwiegend mit Regenwasser, welches nach Passieren eines Kiesfilters in Zisternen gesammelt wurde.

An den Wänden finden wir 2 Tafeln. Sie enthalten Liebigs wichtigste Arbeitstitel und den "Wissenschaftlichen Stammbaum" Liebigs. In Glasvitrinen liegen hier, wie in den anderen Räumen des Museums, Schriften von oder über Liebig aus.


Texte und Abbildungen stammen im wesentlichen aus:
Siegfried Heilenz: „Das Liebig-Museum in Gießen - Führer durch das Museum und ein Liebig-Porträt, aktuell kommentiert“, Verlag der Ferber'schen Universitätsbuchhandlung Gießen (2. Auflage 1988, ISBN 3-922730-66-3)
und sind hier mit freundlicher Genehmigung des Verlags wiedergegeben.

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