Themen


Liebig Sammelbilder
Aus dem Leben Liebigs - der große deutsche Forscher

2. Explosion in der Apotheke zu Heppenheim

Liebig Sammelbild: Explosion in der Apotheke zu Keppenheim

Aber vom Besuche einer Universität ist einstweilen noch nicht die Rede. Die Mittel der Familie sind beschränkt; der aus der Schule entlassene Jüngling muss etwas lernen, das baldigen Broterwerb sichert. Als Lehrling ist er 1818 in der Apotheke zu Heppenheim thätig, der freundlichen, meist altertümlich gebauten Kreisstadt in der hessischen Provinz Starkenburg. Nach anstrengender Tagesarbeit beschäftigt er sich in seinem Dachkämmerchen mit dem Studium der geliebten Chemie. Sein Feuereifer bringt ihn in Gefahr, denn eines Tages hatte beinahe bei einem gewagten Versuche des Unerfahrenen eine Explosion sein Leben zu frühzeitigem Abschluss gebracht. Endlich nimmt sein Geschick eine günstigere Wendung: 1819 kann er zur Hochschule ziehen. Er studiert in Bonn und in Erlangen. Die Professoren interessieren sich für den ausserordentlich begabten jungen Mann und machen einflussreiche Gönner auf ihn aufmerksam. Als er 1822 nach Paris zieht, erwirbt er sich durch seine Arbeit über die Knallsäure die Gunst Alexander v. Humboldt's, des grossen Gelehrten, dessen Empfehlung ihm das Privatlaboratorium Gay-Lussac's öffnet, Humboldt's Freund, der mit dem Deutschen so manche wichtige physikalische Arbeit beschafft hatte. Jetzt ist Liebig in seinem Element, raschen Schrittes fördert er seine weitere Laufbahn. Alexander v. Humboldt's Einfluss verschafft ihm eine Stellung als ausserordentlicher Professor der Chemie in Giessen, der Universität seines Heimatlandes Hessen-Darmstadt.

1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12