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Liebig Sammelbilder
Aus dem Leben Liebigs - der große deutsche Forscher

4. Berufung Liebig's durch König Max

Liebig Sammelbild: Berufung Liebig's durch König Max

Der hochsinnige Bayernkönig Maximilian II. (geboren am 28. November 1811, regierte von 1848 - 64, vermählt 1842 mit der Tochter des verstorbenen Prinzen Wilhelm von Preussen, Maria) war unermüdlich in dem Bestreben, Dichter, Künstler und namhafte Gelehrte nach München zu ziehen. Auch auf Liebig war der König aufmerksam geworden; er bot ihm glänzende Stellung. Aber der Giessener Professor wollte nicht gerne die gewohnte Umgebung verlassen. An vorteilhaften Berufungen nach auswärts hatte es ihm schon lange nicht gefehlt. Wie wertvoll sein Wirken war, das möge der Blick auf einige der greifbaren, der Menschheit direkt nützlichen Ergebnisse von Liebig's chemischen Forschungen beweisen. Schon in Gemeinschaft mit Gay-Lussac war es ihm gelungen, die chemische Natur der explosiven Metallverbindungen zu ermitteln, die zur Füllung von Zündkapseln für Feuerwaffen benutzt werden. Dadurch erst erhielt diese Industrie eine sichere Grundlage, denn bis dahin hatte sich kein Chemiker an die Untersuchung jener gefährlichen Stoffe gewagt. In ähnlicher Weise kamen Liebig's Forschungen den Industrien der Fettkörper, der Essigsäuren, des Blutlaugensalzes zu gute. Seine Methode zur Darstellung des Cyankaliums, die für die Zwecke der Vergoldung und Versilberung umfangreiche Verwendung findet, trug zur Entfaltung des Kunstgewerbes bei. Doch verschwindend klein erscheinen solche an sich wesentlichen Erfolge gegenüber denjenigen Lebensaufgaben, die Justus von Liebig zu erfüllen berufen war und die Erkenntnis dessen wird es gewesen sein, die ihn bewog, dem bayrischen Königspaare im Schloss Berg (vielgenannt als Todesort Ludwig II.) endlich 1852 die Zusage zu geben, dem Rufe nach München zu folgen. Das war ein bedeutsamer Augenblick!

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