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(7) privates Schreibzimmer

 
 

Von dem hier vorhandenen Mobiliar entstammen Schreibtisch, Zeitschriftenhalter, Stockständer und die Sitzgelegenheiten dem Münchener Arbeitszimmer (in München gibt es keine Liebig-Gedenkstätte). Alles weitere kommt aus Privatbesitz.

Das jugendliche Porträt Liebigs wurde noch in Paris gemalt. So sah der Mann aus, der mit 21 Jahren als a.o. Professor nach Gießen berufen wurde. Die übrigen Porträts stammen aus der Münchener Zeit. Liebig ließ sich gern porträtieren und fotografieren. Ein Gruppenfoto zeigt ihn - den engagierten Kartenspieler - mit seinem Whist-Partnern Friedrich Wöhler, Heinrich Buff und Hermann Kopp.

J. Sh. Muspratt (Porträt) war von 1843/45 Liebigs Schüler. Sein Vater, - ein englischer Sodafabrikant - produzierte als erster den Liebigschen „Patentdünger“ und erlitt damit zunächst (1845) schwerste geschäftliche Verluste, weil sich dieser Patentdünger als unwirksam erwies. Die Liebigsche Mineraltheorie war in England, der Berühmtheit ihres Autors vertrauend, allzu bereitwillig aufgenommen worden. Als sie dann in der Praxis versagte, sah sich Liebig, der zuvor (1837) geradezu triumphal geehrt worden war, stärksten Anfeindungen ausgesetzt. Liebig hat sich wie bekannt - aus eigener Kraft rehabilitiert und damit sein großes Ansehen zurückgewonnen. Er wurde von der Königin Viktoria und dem Kaiser Napoleon III. empfangen, war Präsident der Pariser Weltausstellung 1867, erhielt Ehrengeschenke und Diplome als Dank für die Teilnahme an wissenschaftlichen Kongressen. Die Exponate im Schreibzimmer geben hierzu einige Informationen. Erwähnt sei auch, daß Liebig privilegiert war, seine Briefe unfrankiert zur Post zu geben. Er schrieb also „portofrei“.

Im Glasschrank sehen wir Liebigs Totenmaske. Des weiteren sind ausgestellt ihm gewidmete Handsiegel - sogenannte Petschafte - und Gedenkmünzen sowie sein Exkursionsbesteck und ein Faksimile von Liebigs Adelsbrief.

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Texte und Abbildungen stammen im wesentlichen aus:
Siegfried Heilenz: „Das Liebig-Museum in Gießen - Führer durch das Museum und ein Liebig-Porträt, aktuell kommentiert“, Verlag der Ferber'schen Universitätsbuchhandlung Gießen (2. Auflage 1988, ISBN 3-922730-66-3)
und sind hier mit freundlicher Genehmigung des Verlags wiedergegeben.

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